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Rückblick Mitgliederversammlung 2015

  | 2015 | 0 Kommentare
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Mitgliederversammlung des MR Schwabmünchen e.V.
am 01. April 2015
im Schloßhof Mickhausen

 

„So stark wie heute war in den vergangenen zehn Jahren keine Versammlung des Maschinenrings Schwabmünchen besucht“, freute sich Geschäftsführer Joachim Weldishofer auf der Jahresversammlung in Mickhausen. So konnten sich fast 200 Mitglieder, Mitarbeiter und Ehrengäste von der Leistungsfähigkeit einer Selbsthilfeorganisation überzeugen, die gemeinsam mit dem Memminger Ring allein über das gewerbliche Tochterunternehmen „MR Schwaben GmbH“ im vergangenen Jahr rund 1,8 Mio Euro an die Landwirte ausbezahlte.

Vorsitzender Martin Mayr gab sich nicht als Mann der vielen Worte, sondern beschrieb nur kurz die Herausforderungen, vor die das wechselhafte Wetter die Ringmitarbeiter und Landwirte im Anbau- und Erntejahr 2014 gestellt hatte. Trotz extremer Frühjahrstrockenheit und sommerlicher Nässe bis in die Erntezeit hinein fuhren die Bauern Rekordernten ein. Neben den hohen Erträgen hatten jedoch Verwerfungen auf den Agrarmärkten, beispielsweise durch die Ukraine-Krise und das Russland-Embargo für landwirtschaftliche Produkte aus der EU, für sinkende Preise gesorgt.

Der stellvertretende Landrat Heinz Liebert bezog sich in seinem Grußwort auf die enge Zusammenarbeit des Landkreises Augsburg mit dem Maschinen- und Betriebshilfsring Schwabmünchen. Besonders beim Winterdienst, zu dem auch das Schneeräumen auf Großobjekten wie den Landkreisschulen zählt, erweise sich der Ring als vorbildlicher Partner. Zugleich bedauerte Liebert den fortschreitenden Strukturwandel auf den Dörfern, Als kleiner Bub habe er entlang der Hauptstraße in Langenreichen kein Anwesen gekannt, das nicht ein Bauernhof gewesen wäre. Heute dagegen verzeichne der Ort gerade einmal noch fünf landwirtschaftliche Betriebe, von denen lediglich drei im Haupterwerb bewirtschaftet werden.

Leonhard Ost, Präsident des Bundes- und Landesverbands der Maschinenringe, blickte noch einmal auf den gelungenen Neubau der Zentrale in Neuburg zurück. Mit einer Bauzeit von 15 Monaten seien nicht nur die geplanten Fristen, sondern auch die Kosten eingehalten worden. Seit sieben Monaten haben in der Zentrale nunmehr die Geschäftsstellen des Maschinenrings Neuburg-Schrobenhausen, des KBM, des Bundesverbands und des europäischen Verbands ihr Zuhause. Damit haben 120 Mitarbeiter einen modernen Arbeitsplatz gefunden. „Von unserer neuen Zentrale sollen Inspirationen ausgehen“, hoffte Ost. „Ich bin felsenfest überzeugt, dass die Landwirtschaft Zukunft hat.“

Allerdings werde sich die Agrarbranche aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Anforderungen stark verändern, prophezeite der Präsident. Die bäuerlichen Betriebe müssten sich darauf einstellen, die geforderten Leistungen tatsächlich zu erbringen, um zu überleben. Aber auch der Maschinenring müsse sich immer wieder den sich ändernden Rahmenbedingungen anpassen, auch wenn viele Menschen vor allem zurückschrecken, was das Etikett „Veränderung“ trägt. „Wir brauchen Mut, um neue Wege zu gehen und uns immer wieder neu aufzustellen, damit wir bleibende Spuren hinterlassen“, rief Ost den Mitgliedern zu.

Bei seiner Vorstellung schilderte der neue Bezirksvorsitzende Michael Lutz, wie er seine enge Verbindung mit den Maschinenringen bereits im Alter von 16 Jahren als Betriebshelfer begann. Heute bewirtschaftet Lutz in Sielenbach im Kreis Aichach-Friedberg einen Milchviehbetrieb mit Biogasanlage und Lohnunternehmen. Zuerst als Vorstandsmitglied und ab 2007 als Vorsitzender des Maschinenrings Aichach agiert Lutz seit dem vergangenen Juli auch als Bezirksvorsitzender. „Sie alle wissen, welch tolle Einrichtung der Maschinenring ist. Das muss ich Ihnen nicht mehr eigens sagen.“

Was das Wachstum ihrer Betriebe betrifft, seien die Landwirte heute mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Umso betrübter seien sie dann, wenn der erhoffte Erfolg weder gefühlt noch wirtschaftlich eintritt. Damit sich die gewünschte Betriebsentwicklung tatsächlich realisieren lässt, müssten die Landwirte nämlich auf Zusammenarbeit bauen. „Niemand kann so groß werden, dass er ohne Kooperation mit seinen Berufskollegen auskommt“, betonte Lutz.

Geschäftsführer Joachim Weldishofer rückte die umfangreichen Dienstleistungen des Schwabmünchner Rings in den Blick und nannte dafür beispielhaft vier Bereiche. Demnach wurden im vergangenen Jahr über die Maschinenvermittlung durch den Ring 1,3 Mio € im Bereich Futterbau und Strohernte verrechnet, 700.000 € bei der Körnerernte, 282.000 € für Schlepper und Transport sowie 251.879 € im Bereich der organischen Düngung. Insgesamt rechnete der Ring 9221 Belege ab, über die ein Verrechnungswert von 3.440.175 € erzielt wurde, das sind 113 € pro Hektar Ringmitgliedsfläche. Die Zahl der Mitglieder ist aufgrund des Strukturwandels weiter rückläufig. Ende 2014 waren dem Schwabmünchner Ring 927 Betriebe angeschlossen, heute sind es nurmehr 887.

Erfolgreich wirtschaftete auch die gemeinsame Tochter des Schwabmünchner und des Memminger Maschinenrings, die MR Schwaben GmbH. Dass der Gesamtumsatz des Unternehmens von 2,9 Mio € im Jahr 2013 auf 2,2 Mio € im vergangenen Jahr zurückging, schrieb Weldishofer vor allem dem milden Winter zu, der nur einen eingeschränkten Winterdienst erforderlich machte. 202.121 € nahm die MR Schwaben GbmH durch Gehölzpflege und 585.854 € durch die Grün- und Pflanzflächenpflege ein. Auf absehbare Zeit soll mit der Baumkontrolle, dem Baumkataster und der Baumpflege ein weiteres Geschäftsfeld erschlossen werden, gab Weldishofer bekannt. Durch die Sammelbestellungen von mehr als zwei Mio Litern Diesel konnten die teilnehmenden Landwirte 226.000 € einsparen.

Im vergangenen Jahr trat Johannes Kratzer seinen Job eines Bereichsleiters beim Maschinenring Schwabmünchen an. Zuvor hatte er eine Ausbildung zum Landwirt, die Landwirtschaftsschule und die Technikerschule in Triesdorf absolviert. Von 2007 bis 2012 wirkte Kratzer als Pflanzenbauberater, anschließend als Berater für erneuerbare Energien. Seit 2010 ist er überdies Mitbetreiber einer Gemeinschaftsbiogasanlage.

Die Betriebshilfe ist eine wichtige Aufgabe der Maschinenringe, betonte Kratzer. Im Schwabmünchner Ring wurden 23.636 Einsatzstunden mit einem Gesamtverrechnungswert von 532.855 € in der sozialen und 7645 Stunden mit einem Wert von 121.706 € in der wirtschaftlichen Betriebshilfe abgeleistet. Damit konnte der Ring im vergangenen Jahr jede Anfrage nach Betriebshilfe abdecken. „Diese großartige Leistung wäre ohne unsere Betriebshelferinnen und –helfer nicht möglich gewesen“, bedankte sich Kratzer bei den Einsatzkräften. „Es ist ein gutes Gefühl, Hilfe in Notfällen anbieten zu können.“ Der Bereichsleiter machte die Mitglieder auf eine neue Dienstleistung der Maschinenringe Schwabmünchen und Ostallgäu aufmerksam. Seit dem vergangenen Jahr bieten diese das Spaltenfräsen zur Sanierung von abgenutzten Laufstallflächen an.

Beschlossen wurde die Jahresversammlung in Mickhausen mit einem Impulsvortrag der Hallertauer Bäuerin und Mentaltrainerin Elke Pelz-Thaller zum Thema „Turbo im Betrieb – Crash in der Familie“. Mit ihren ironischen und humorvollen Impulsen zeigte sie den Ringmitgliedern auf, wohin es führen kann, wenn in den bäuerlichen Familien immer nur der Betrieb im Lebensmittelpunkt steht. Ergebnis dieses Denkens sind Konfliktsituationen, die jedem Familienmitglied ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Ausdauer abverlangen, um nicht die Freude am Arbeiten und an der Familie zu verlieren.

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